Spätestens seit der Wahl des neuen US-Präsidenten, kennt die Welt zurzeit nur noch ein Thema: Donald Trump. Ein Mann, der sich mehr mit seinem Auftreten in der Welt bekannt gemacht hat als mit seiner Leistung. Er wird geliebt, er wird gehasst, jedoch sucht man auf allen Seiten jegliche Vernunft vergebens.

«Es ist lediglich die Konsequenz aus einer ignoranten amerikanischen Gesellschaft, die sich viel lieber unterhalten lässt als nachzudenken.»

Sind wir mal ehrlich. Die Präsidentschaftswahl war ein Armutszeugnis für Amerika. Für den US-Bürger genau genommen die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die Präsidentschaftswahl und der Sieg von Donald Trump ist lediglich die Konsequenz aus einer ignoranten amerikanischen Gesellschaft, die sich viel lieber unterhalten lässt als nachzudenken. Seitdem demonstrieren Menschen lieber den ganzen Tag, als das Beste daraus zu machen und in vier Jahren Bilanz zu ziehen. Sie begegnen dem Mann mit demselben Hass, den sie an ihm verachten. Irgendwie fragwürdig, nicht?

Es vergeht kein Tag, an dem nicht über ihn berichtet wird*. Die Washington Post protokolliert beispielsweise ganz genau, was Präsident Trump bereits erreicht oder nicht erreicht hat. Es wird sogar so dermassen absurd, sodass man sich fragt, wann man diesen Mann endlich für eine Weile in Ruhe lässt. Doch da taucht die Newsmeldung mit der Schlagzeile «China: Sack Reis umgefallen. Steckt Donald Trump dahinter?» wohl zuerst auf.

«Mach dich lustig über ihn und die Likes sind dir auf sicher.»

Auch im Internet findet man keine Ruhe. Die vielen Memes, die die Runde machen, schaffen es immer wieder, Donald Trump darin irgendwie in einen Kontext zu bringen. Wenn du Aufmerksamkeit willst, mach irgendetwas über Donald Trump. Mach dich lustig über ihn und die Likes sind dir auf sicher. Das zeigt das Video «America First, Netherlands Second» ziemlich deutlich. Seitdem spriessen weitere, zahlreiche adaptierte Videos wie Pilze aus dem Boden.

Das geht sogar schon so weit, dass die Marke Trump auch für die Werbung eingesetzt wird. Das neuste Beispiel zeigt sich mit der neuen Werbung von Sunrise, die das «America First, Netherlands Second» ebenfalls adaptiert hat. Doch das jedoch fast schon dämlichste Beispiel zeigt sich im Trailer zum neuen Film «Bibi & Tina 4 – Tohuwabohu Total», in dem ein gewisser Dirk Trumpf auftaucht, der eine Mauer um ein Hotel bauen möchte. Somit hat die Kunstfigur Trump den Weg in die Unterhaltung für Kinder gefunden.

Egal, ob sich lächerlich über Trump gemacht wird, ob man die Menschheit vor ihm warnt und Angst verbreitet, oder ihn einfach nur verurteilen will: Letztendlich dient die Figur Trump dazu, um auf irgendeine Art und Weise zu profitieren. Und der gute Donald muss nicht einmal viel dafür tun. Wäre nicht so viel über ihn geschrieben, gelacht und geredet worden, wäre er vermutlich heute nicht der amtierende US-Präsident. Und wäre er heute nicht der amtierende US-Pärsident, hätten die Medien nichts zu schreiben und Unternehmen keine Vermarktungsideen. Interessant, nicht?

 

* Anmerkung des Autors: Mir ist durchaus bewusst, dass ich damit ins gleiche Horn puste. Doch das musste ich mal loswerden.