Es ist immer wieder interessant zu sehen, was für Trends und Subkulturen in unserer Gesellschaft aufkommen. Dinge, die gestern scheisse waren, sind heute total angesagt und umgekehrt. Sei es in Sachen Kleidung, Musik oder sogar Drogen. Doch eins nach dem anderen.

Lange hatte man die Befürchtung, dass Hip Hop sterben würde, einige erklärten Hip Hop bereits für tot. Doch viel mehr ist es so, als hätte Rap ein neues Geschwister bekommen, das aus der Hip-Hop-Larve geschlüpft ist: Nämlich Trap. Dunkle, elektronische angehauchte, schleppende Beats passend zu melodiösem Rapgesang. Doch leider hat das neue Subgenre ein Geburtsfehler mit auf den Weg bekommen. Die Texte sind weder verständlich, noch sehr einfallsreich. Das ist etwa wie bei geistig eingeschränkten Kindern. Auch diese haben Mühe verstanden zu werden und ihr Intellekt kann nicht immens groß sein. Trap hat Künstler wie Young Thug hervorgebracht. Speziell wenn man weiß, dass Rapper wie er keine Texte schreiben, sondern Tracks mit Freestyles versehen, dann kann man sich vorstellen, dass der Inhalt nicht hochstehend sein kann. Doch ich möchte nicht meckern. Man kann die Musik auch ohne schlauen Text genießen, oder?

Auch der Kleidungsstil eines Trap-Fans unterscheidet sich von dem eines gewöhnlichen Hip Hoppers. Früher erkannte man einen Hip Hopper bereits an seinen viel zu weiten Klamotten. Speziell an den Baggypants, die teilweise bis zu den Knien geschnitten waren. Auch ich hatte übrigens solche. Doch heute gehört das für einen Hip Hopper der Vergangenheit an. Man erkennt ihn heute vielleicht gerade mal noch an den Schuhen. Beim Trap-Fan ist das jedoch anders. Dieser trägt meist eine Bomberjacke, ein lang geschnittenes Shirt und enge Röhrenjeans, Frauen sowie Männer. An den Füssen trägt er schlichte Sneakers, auf dem Kopf trägt er ein klassisches Cap. Alles in allem wirkt die Kombination außerirdisch.

«Das ist etwa wie bei geistig eingeschränkten Kindern. Auch diese haben Mühe verstanden zu werden»

Als würde das nicht schon reichen, braucht Trap auch eine eigene Droge. In diesem Fall ist das «Purple Drank» aka. «Sizzurp» aka. «Lean». Die Droge ist ein Mischgetränk aus Hustensirup und Sprite, das dank des Codeins dich auf eine glücklich machende Art und Weise betäubt. Damit kommen wir zum geistig eingeschränkten Kind zurück. Wenn es nicht verstanden wird und es auch nicht die Fähigkeit besitzt sich zu artikulieren, dann fühlt es sich natürlich ungeliebt. Da kommt eine Droge wie Purple Drank gerade recht. Doch was für das ungeliebte, geistig eingeschränkte Kind nicht sichtbar ist, sind die Folgen dieser Droge: Verstopfung, Karies, Gewichtzunahme, bis hin zu Magenkrämpfen mit höllischen Schmerzen. Dies kann letztlich zum Atemstillstand führen. Aber hey, was kann schon groß passieren?

Ich will hier nicht den Moralapostel spielen. Räumt ruhig weiter die Apotheken leer, krallt euch das Makatussin, leert das ganze Zeug fleißig herunter, bedauert euer «Sad-Girl/Sad-Boy»-Dasein, hört euch dabei euren Young Thug an und wer weiß: Vielleicht verschwindet der Trend dann bald wieder ganz von alleine. Ich wünsch euch viel Spaß dabei.